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ladies dental talk Münster/Osnabrück

„Als Einzelkämpferin fehlt der Austausch“

Zahnärztinnen in Münster holten sich Anregungen, tankten Kraft und netzwerkten beim ladies dental talk

Sektempfang auf der Terrasse, Austausch an der Bar und ein sommerliches 3-Gänge-Menü an großen Tafeln im Restaurant: Das Restaurant „Eggerts Sylt am Bült“ in Münster bot den idealen Rahmen für den Auftakt des ladies dental talk, zu dem EU-Unternehmensbotschafterin Dr. Karin Uphoff, Mit-Initiatorin und Laborinhaberin Elvira Sinnott (Osnabrück) sowie die Deutsche Apotheker- und Ärztebank als Strategie-Partner geladen hatten. Input und Anregungen lieferte Praxistrainerin Alexa Saphörster,

Unterschiedliche Themen beschäftigten die Zahnärztinnen und ausgewählten Partner des Netzwerkformates an dem Abend:

Digitalisierung gehört zum Praxis- und Laboralltag

In der Zahnmedizin und der Zahntechnik erhält Digitalisierung einen immer höheren Stellenwert. Ob bei der Datenverwaltung, Dokumentation, bei der Diagnose oder der Erstellung von Zahnersatz, digitale Technik aus dem modernen Praxis- und Laboralltag nicht mehr wegzudenken. „Auch wenn viele Arbeitsschritte leichter werden, wird das traditionelle Handwerk nie an Bedeutung verlieren“, ist Elvira Sinnott, die Geschäftsführerin der Dentaltechnik Sinnott GmbH in Osnabrück, überzeugt. Bereits mit der Laborgründung vor 25 Jahren war dem Ehepaar Sinnott klar, dass das Dentallabor Tradition und Moderne gekonnt verbinden und für neue Entwicklungen offen sein soll. Seit dem frühen Tod ihres Mannes führt Elvira Sinnott das Labor mit dem Laborleiter Markus Mellmann. Die große Verantwortung neben der Trauerarbeit war eine besondere Herausforderung, die sie gut gemeistert hat: „…dank meines wunderbaren Teams!“ Die Zahlen sprechen für sich. Das Labor ist von fünf Mitarbeiter(innen) auf mittlerweile 35 gewachsen. Ein Geheimnis ihres Erfolges sieht Elvira Sinnott in dem guten Miteinander.

Beruf und Familie: Mit flexiblen Arbeitszeiten Mitarbeiter(innen) binden

Wie wichtig Wertschätzung fürs Wohlbefinden und den wirtschaftlichen Unternehmenserfolg ist, verdeutlichte Dr. Karin Uphoff in ihrem Beitrag „Wertschätzung – das Kapital der Zukunft“. Danach diskutierten die Teilnehmerinnen darüber, was Wertschätzung sei und wie sie im (Praxis)Alltag gelebt werden könne. Viele Zahnärztinnen sehen es als besondere Herausforderung an, sich neben Beruf und Familie Zeit „einfach nur für mich“ zu nehmen. Das komme oft zu kurz. Sich die Praxis mit Kollegen und Kolleginnen zu teilen ist für einige eine Option, um flexibler agieren zu können. Flexible und kürzere Arbeitszeiten werden auch vom Team eingefordert, das vorwiegend weiblich sei. Darauf müsse man sich als Chefin einstellen. „Besonders junge Mütter sind dankbar für flexible Arbeitszeiten und leisten dann einen tollen Job“, berichtete eine Zahnärztin.

Mehr Frauen in Anstellung, Gründung später

Nicht nur bei den Zahnmedizinischen Fachangestellten dominiert der Frauenanteil. Wie Anita Diekmann, Vertreterin der Kassenzahnärztlichen Vereinigung Westfalen-Lippe (KZV W-L), anhand aktueller Zahlen aufzeigte, seien in der Region mehr als 60 Prozent der Studierenden der Zahnmedizin weiblich. Bei Praxisgründungen haben laut Diekmann Männer allerdings die Nase vorn. 60 Prozent der Zahnärztinnen gehen lieber ein Angestellten-Verhältnis ein, anstatt eine Praxis zu gründen. Und einen weiteren Trend hat Mechthild Gittner, Beraterin selbstständige Heilberufe bei der Deutschen Apotheker- und Ärztebank, festgestellt: „Wenn Frauen gründen, gründen sie heute im Durchschnitt später als noch vor 10 Jahren.“ Damals lag das Gründungsalter um die 30 Jahre, heute liege es bei um die 40. „Die Deutsche Apotheker- und Ärztebank bietet spezielle Finanzierungsmodelle, die die individuelle Lebensphase der Zahnärztinnen berücksichtigt, das wird gerne angenommen“, sagt die Finanzexpertin. Und Anita Diekmann lud die Zahnärztinnen ein, Kontakt zu ihren Bezirksstellen aufzunehmen und die eigene Zukunft auch standespolitisch mitzugestalten.

Steuerberatung und Rechtsbeistand

Dass nicht nur bei der Gründung, sondern auch bei etablierten Praxen Steuer- und Rechtsberater eine wichtige Bedeutung haben, wissen die ausgewählten Expert-Partnerinnen Karin Henze und RA Katri Helena Lyck. Ob Abrechnungsfragen, Arbeitsverträge, Honorarverhandlungen oder Patienten-Konflikte: Es gebe immer wieder Situationen, in denen Fachexpertise gefragt sei. Um zu erfahren, wer im zahnmedizinischen Bereich besonders kompetent ist, auch dafür seien Netzwerke wertvoll.

Netzwerke als Impulsgeber

Das Gespräch mit Gleichgesinnten und ausgewählten Expertinnen hat viele Teilnehmerinnen bewogen, beim ersten ladies dental talk teilzunehmen. „Als Einzelkämpferin fehlt mir oft der Austausch“, sagte eine Zahnärztin. In der Gruppe können man wertvolle Impulse und Tipps bekommen für die Praxisführung oder die Team- und Patientenkommunikation. Und zu wissen, „man ist nicht alleine“, spende Kraft. Auch Heike Korkmaz vom ausgewählten regionalen Partner SPEIKO ist ein Fan des Netzwerkens. „Ob bei Fortbildungen, Messen oder in persönlichen Beratungsgesprächen, wir haben unser Ohr immer ganz nah an unseren Kundinnen und Kunden. So können wir die Palette unserer Arzneimittel und Medizinprodukte so erweitern, wie Zahnarztpraxen und Dentallabore es tatsächlich brauchen.“ Im Kooperation falle vieles leichter, als alleine.

Was kostet, was spendet Kraft

Aus ihrer Erfahrung als Praxistrainerin und Coach weiß die regionale Expert-Partnerin Alexa Saphörster, dass viele Zahnärztinnen ihre Praxis alleine führen und oft sehr hohe Ansprüche an sich haben. Sie möchten den Patienten gegenüber hilfsbereit sein, eine gute Chefin sein und das „Unternehmen Praxis“ erfolgreich, sprich auch wirtschaftlich führen. Dabei geraten sie bisweilen an ihre Grenzen. „Machen Sie sich zum einen bewusst, was Ihre Ziele sind. Dann können Sie Ihre Kräfte stärker fokussieren. Und seien Sie auch in Stress-Situationen gewiss, dass Sie jederzeit innehalten, Dinge aus einem anderen Blickwinkel betrachten und Ihr Leben aktiv verändern können“, riet die Selbstmanagement-Expertin. Wer tiefer in dieses Thema eindringen möchte, kann dies beim ladies dental talk am 4. März 2016 in Osnabrück tun.

Anmeldungen sind ab sofort möglich.

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Initiatorin und Förderer des Netzwerkformates: von links (linkes Bild): Mechthild Gittner, Beraterin selbstständige Heilberufe bei der Deutschen Apotheker- und Ärztebank, Elvira Sinnott, Geschäftsführerin der Dentaltechnik Sinnott GmbH in Osnabrück, EU-Unternehmensbotschafterin Dr. Karin Uphoff, Selbstmanagement-Trainerin und Praxis-Coach Alexa Saphörster sowie Anita Diekmann von der KZV Westfalen-Lippe. Nicht im Bild Rechtsanwältin und Medizinrecht-Expertin Katri Helena Lyck, Heike Korkmaz (SPEIKO) sowie Karin Henze (Steuerberaterin).

 

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